Theater an Schulen

Kinder auf der Bühne: ein großer Spaß für alle, die mitmachen oder zuschauen. Seit den ersten Tagen des Freilandtheaters spielen Kinder eine große Rolle bei uns. In manchen Produktionen sind sie sogar in der Überzahl, dann spielen mehr Kinder und Jugendliche als Erwachsene auf der Freilandtheaterbühne. Und die Kinderschar wächst und wächst immer weiter.

Wir tun einiges für den schauspielerischen Nachwuchs. In mehreren Schulen arbeiten die Schauspieler und Theaterpädagogen des Freilandtheaters mit Kindern und Jugendlichen auch das ganze Jahr über. Bei unserer Arbeit mit Kindern spielen Improvisation und Kreativitätsförderung eine große Rolle. In der Zusammenarbeit mit professionellen Schauspielern lernen die Kinder ganz selbstverständlich und nebenbei die Grundlagen des Spielens vor Publikum. Vor allem aber lernen sie der eigenen Fantasie und somit sich selbst zu vertrauen. 

 

Auswahl an Schultheaterprojekten

Integrationsprojekt Albert-Schäffle schule und Bodelschwinghschule, Nürtingen

Glück gehabt (2016)

20 Jugendliche, 1 Schauspieler, 1 Regisseur, 3 Lehrerinnen, 1 Musiker, 1 Filmemacher und 1000 Ideen für Geschichten, in denen alles schiefzugehen scheint und dann doch noch gerade so eben gutgeht: Das sind die Zutaten für das Stück "Glück gehabt", das die Theaterkooperation Schäffle-Bodelschwingh im Jahr 2016 auf die Bühne des Nürtinger Schlosskellers gebracht hat.

Die Situation ist wie aus Bocaccios Decamerone: Die Besuchergruppe eines Stollens wird durch den Einsturz der Wände eingeschlossen und muss auf Rettung harren. Um sich die Zeit zu verkürzen, erzählen sich die Verschütteten Geschichten, in denen sie schon einmal Glück gehabt haben - und hoffen, dass auch dieses Mal die Sache gut ausgeht.

Die Lehrerinnen aus beiden Kooperationsschulen (Barbara Andreas und Sabine Gottwald von der Bodelschwinghschule, Sandra Höfer von der ASS Nürtingen) und der Schauspieler Matthias Weinhardt aus Stuttgart brachten in intensiver Probenarbeit mit Hilfe des Regisseurs Christian Laubert ein buntes, schnelles und kurzweiliges Stück über Glück, Unglück und Glück im Unglück auf die Bühne, in dem die Musik und die Filme die Geschichte aus dem engen Stollen in die große weite Welt trugen.

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der beiden Schulen wurden skurrile "Glück-gehabt"-Geschichten erfunden, die zwischen schwarzem Humor und krassem Witz changieren. In Zusammenarbeit mit dem Kameramann Pit Aurenz wurden dann Kurzfilme gedreht, in denen diese "Glück gehabt!"-Geschichten erzählt wurden. Dann folgte die Arbeit an der Rahmenhandlung, dem live gespielten Theaterstück, parallel erarbeitete der Musiklehrer Stefan Track mit den Schülern ein Rhythmusstück für den Auftritt.

Wie bei jeder Produktion der Theaterkooperation Schäffle-Bodelschwingh wurde auch bei "Glück gehabt" die große Freiheit spürbar, mit der sich alle Beteiligten in die gemeinsame Theaterarbeit stürzen. Keine Idee ist zu verrückt, keine Wendung der Geschichte zu überraschend, als dass man sie in der Probenarbeit nicht wenigstens einmal ausprobieren könnte. Und so entstand bei "Glück gehabt!" ein Geschichtenreigen um geplatzte Hochzeiten, tödliche Pilzgerichte und Außerirdische, die dringend wieder nach Haus wollen.

Mädchengymnasium Thadden, Heidelberg

I hired a Contract Killer (2002)

Das für seine lakonische Wortkargheit bekannte Stück von Aki Kaurismäki diente als Vorlage für die spannende Geschichte um einen Mordauftrag, um Liebe, Verzweiflung und Hoffnung. Der Buchhalter Henri hat, als Franzose fremd und allein in Großbritannien, nach seiner Entlassung keine Hoffnung mehr und möchte sich von einem Auftragskiller töten lassen. Da lernt er Margret kennen, und plötzlich sieht die Welt ganz anders aus. Doch es ist nicht einfach, den Auftrag wieder zurückzunehmen, denn der Killer ist schon unterwegs.

Das Projekt mit zwei Dutzend Mädchen aus dem Elisabeth-von-Thadden-Gymnasium in Heidelberg konnte in einem Garagenhochhaus verwirklicht werden. Die Handlung wurde kurzerhand vor, in und neben eine ganze Reihe parkender Autos verlegt, das Publikum saß auf einer Tribüne, die Schauspielerinnen traten aus dem Treppenhaus, von der Auffahrt herunter oder aus den geparkten Autos auf oder wurden gar hereingefahren. Es wurde sogar bei jeder Aufführung ein Auto (absichtlich) gegen die Wand gefahren. Denn Leben ist gefährlich, auch wenn man keinen Killer engagiert hat, der einen umbringen soll.

Frieda Lang Schule und
Christian v. Bomhard Schule, Uffenheim

Der blaue Stuhl (2013)

Was kann einem blauen Stuhl so alles passieren? In dieser Produktion haben wir uns auf das Minimum an Requisiten beschränkt: es gab nur die Spielenden, den roten Teppich und den blauen Stuhl. Ach ja, und ein paar Sturzhelme für die Raumfahrerinnen. Aber sonst war die Fantasie der kleinen und großen Schauspieler und Schauspielerinnen und des Publikums mehr als genug, um eine Wüste, ein Wohnzimmer, ein Dschungelkönigreich oder eben eine Raketenabschussrampe entstehen zu lassen.

Die Kinder der beiden Schulen hatten mit der Schauspielerin Sabine Roßberg und den Schauspielern Matthias Weinhardt und Petrus Huber großen Spaß, sich den bunten Geschichtenreigen einfallen zu lassen und mit der Musik von Horst Faigle auf die kleine Freilichtbühne der Christian-v.-Bomhardt-Schule zu bringen

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