Alles kein Wunder

Ein Sommerwandel durch ein fränkisches Jahrhundert

Es ist doch eigentlich alles kein Wunder, oder? Im Nachhinein betrachtet ergibt manches im Leben einen Sinn, das man zunächst gar nicht begreifen konnte. Oder wollte. Man hätte es aber wissen können, wenn man von Anfang an nur richtig hingeschaut hätte! Oder etwa doch nicht?
Zehn Szenen, zehn Jahreszahlen. Zwei Orte, zwei Familien. Jede Menge Geburten, Hochzeiten, Todesfälle. Glückliche Tage und Katastrophen von großen und kleinen Leuten, Abschied und Rückkehr, Weltgeschichte und private Schicksale verweben sich zu einem Reigen von Geschichten:

1915: Der kleine Wilhelm lernt das Radfahren. Das geht nicht ganz schmerzfrei von sich, dafür sorgen seine Schulkameradinnen Doris und Friedel.

1935: Als frischgebackener Pfarrer tritt Wilhelm Haug seine erste Pfarrstelle in dem fränkischen Schaffenrath an. Hat Friedel die ganzen Jahre auf ihn gewartet, wie die beiden es sich versprochen hatten?

1941: Mitten im Krieg beschließt Doris auszuwandern, nachdem ein Bursche aus Kleinlichtenau ihr das Herz gebrochen hat.

1965: Beim Hochzeitsfest der jungen Pfarrerstochter mit dem Lehrer des Nachbarortes kommt es zum Eklat, denn das Hochzeitskleid passt in der Taille nicht mehr. Doch der Bräutigam war zur infrage kommenden Zeit gar nicht im Lande...

1977: Doris kommt nach einem aufregenden Leben in der weiten Welt wieder zurück ins heimatliche Schaffenrath. Doch nicht nur sie hat sich verändert – auch das Dorf ist nicht mehr dasselbe wie vor fünfzig Jahren.

Das sind nur fünf der insgesamt zehn fränkischen Geschichten, die das Publikum von „Alles kein Wunder“ diesen Sommer erleben kann. Und „erleben“ ist hier zur Abwechslung wörtlich gemeint. Der Sommerwandel ist ein Theater für die Sinne, und die Geschichten werden förmlich erlaufen und erlebt. Auf einem Spaziergang über das Gelände des Freilandmuseums sehen und hören die Zuschauer mal aus der Nähe und mal von fern, wie sich die Geschichten und die Wege mehrerer Familien über einen Zeitraum von 100 Jahren immer wieder kreuzen. Und bisweilen spürt man es auch – es geht mal gerade, mal bergauf und mal bergab, bald über Pflastersteine, bald über einen Feldweg oder auch die lange Dorfstraße entlang. Die Gerüche aus Gärten, Küchen und Feldern, von Tieren und Traktoren lassen alles noch viel wirklicher werden. So entsteht ein großer Bilderbogen mit unterschiedlichsten Facetten, die sich dann zu einem Gesamtbild dieses „fränkischen Jahrhunderts“ fügen – mit Geschichten über Liebe und Landflucht, über Gehorsam und Gerechtigkeit, über das Festhalten an der Tradition und die Sehnsucht nach Veränderung.
„Alles kein Wunder“ ist ein sehr menschliches, sehr fränkisches und sehr unterhaltsames und lebendiges Panoptikum.

Teilen: Besuchen:
  • Bezirk Mittelfranken
  • Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim
  • VfdK
  • Mekra Lang Group
  • ARCD
  • Martin Bauer